
Mehr wissen, mehr entdecken
„Lesen ist für den Geist, was Bewegung für den Körper ist.“
Joseph Addison
Wer neugierig ist, findet hier alles Wichtige kompakt zusammengefasst. Ob du nur kurz reinschaust oder richtig eintauchst – du bekommst alle Infos auf einen Blick. Mit jedem Textstück lernst du ein kleines Stück mehr über das Projekt und seine Hintergründe. So bleibst du immer auf dem Laufenden und verpasst nichts Spannendes.
Alte Bauten
Die alten Walliser Wohnhäuser sind ein eindrückliches Zeugnis der alpinen Baukunst und der Lebensweise früherer Generationen im Kanton Wallis. Sie wurden meist aus robustem Lärchenholz errichtet, das nicht nur wetterbeständig, sondern auch besonders langlebig ist. Der untere Teil des Hauses bestand oft aus Naturstein, um das Holz vor Feuchtigkeit und Schädlingen zu schützen. Typisch war die sogenannte Blockbauweise, bei der massive Holzstämme sorgfältig übereinandergeschichtet und an den Ecken verzahnt wurden. Die Fenster waren klein gehalten, da man zu der Zeit nicht grössere Glasflächen produzieren konnte und das schwere Dach – meist gedeckt mit Schieferplatten oder Holzschindeln – bot Schutz vor Schnee und Sturm.
Die meist gleich konstruierten Stadel wurden auf leicht erhöhten Sockeln gebaut, wodurch man den Natursteinsockel weglassen konnte. Diese Speichergebäude wurden zusätzlich mit runden Steinplatten auf den Stützen versehen. Diese sogenannten Mäusescheiben verhinderten, dass Nagetiere an die Vorräte gelangten.
Die Nutzung dieser Häuser war eng mit dem bäuerlichen Leben verbunden. Im Erdgeschoss befanden sich in der Regel Stallungen für das Vieh, während das Obergeschoss der Familie als Wohnraum diente. Darüber hinaus wurden die Gebäude auch als Lager für Heu, Getreide und Gerätschaften verwendet. Das Haus war Zentrum des alltäglichen Lebens – ein Ort, an dem gearbeitet, gewohnt, gegessen und geschlafen wurde. In vielen Fällen lebten mehrere Generationen unter einem Dach, was das Haus zusätzlich zu einem sozialen Mittelpunkt machte. Oft wurden die Häuser saisonal genutzt: In tieferen Lagen verbrachte man den Winter, während im Sommer höher gelegene Maiensässe oder Alphütten bezogen wurden.
Die Bedeutung dieser alten Walliser Häuser reicht weit über ihre Funktion hinaus. Sie verkörpern eine tiefe Verbindung zwischen Menschen und Natur, zwischen Tradition und Überleben in einer rauen Umgebung. Ihre Bauweise zeugt von grossem handwerklichem Geschick und einem feinen Gespür für das alpine Klima. Heute gelten viele dieser Häuser als schützenswerte Kulturgüter und erinnern an eine Zeit, in der Einfachheit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft die Grundlagen des täglichen Lebens bildeten.
Casa Caminada von Caminada, Gion A.
Stadel in Saas-Fee
KI generiertes Bild
Projektbeschrieb
Wie bereits erkennbar, orientiert sich das Projekt an den historischen Bauten alpiner Bergdörfer. Um sich den traditionellen Proportionen und Gliederungen anzunähern, sind auf der Parzelle drei kleinere Häuser vorgesehen, anstelle eines dominanten Gesamtvolumens, das die kleinteilige historische Bebauung überlagern würde. Auch innerhalb dieser drei Häuser findet sich eine klare, systematische Strukturierung wieder.
Genesis
Das kleinste der drei Gebäude, Genesis, ist für die private Nutzung vorgesehen. Ziel ist es, einen möglichst kleinen Fussabdruck zu bewahren – einerseits im Hinblick auf die erforderlichen Brand- und Parzellenabstände zu den Nachbargebäuden, andererseits aus Rücksicht auf die natürliche Umgebung und zur Minimierung der Bodenversiegelung.
Da früher teilweise ganze Erdgeschosse mit Natursteinwänden ausgeführt wurden, wird bei diesem Haus das gesamte Erdgeschoss in Sichtbeton konstruiert, der in seiner Wirkung an Naturstein erinnern soll. Die darüberliegenden Geschosse werden im traditionellen Blockbau ausgeführt. Hier sorgen Fensterläden für den Sonnenschutz. Für das Dach sind Schieferplatten in unregelmässigen Formaten vorgesehen, um eine zu perfekte, künstliche Wirkung zu vermeiden und den handwerklichen Charakter zu unterstreichen.
Aufgrund der sehr strengen Abmessungen werden die drei Geschosse offen und funktional gestaltet, wobei jedes Geschoss eine klar definierte Nutzung erhält. Das Erdgeschoss dient als Aufenthalts- und Putzraum. Diese Lösung ist zwar nicht ideal, verhindert jedoch, dass sensiblere Nutzungen im Erdgeschoss untergebracht werden müssen. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Küche und das Esszimmer. Ein Balkon auf der Südostseite ermöglicht es, Mahlzeiten auch im Freien und in der Sonne zu geniessen. Das Dachgeschoss beherbergt die privaten Räume, bestehend aus einem Schlafzimmer mit einem offenen Ankleideraum und einem grosszügigen Badezimmer. Wie bereits im mittleren Geschoss ist auch hier ein Balkon auf der Sonnenseite angeordnet.
Kohelet und Exodus
Die beiden Nachbargebäude Kohelet und Exodus wurden in grösseren Dimensionen geplant. Bei diesen Häusern ist offen, ob die einzelnen Wohnungen vermietet oder als Ferienwohnungen genutzt werden.
Anstelle eines ganzen Geschosses wird lediglich ein Sockel aus Sichtbeton ausgeführt. Dies wurde früher wie auch heute so umgesetzt, damit das erste Setzholz durch anfallendes Wasser nicht morsch wird. Die restliche Fassade wird gleich wie beim Gebäude Genesis gestaltet, sodass die Zusammengehörigkeit der Bauten sofort erkennbar ist.
Das Treppenhaus befindet sich zwar innerhalb des Bauvolumens, wird jedoch nicht beheizt, um Heiz- und Materialkosten zu sparen. Die Wohnungen im Erdgeschoss werden altersfreundlich ausgebaut. Das mittlere Geschoss entspricht dem Grundriss des Parterres und ist als 3.5-Zimmer-Wohnung konzipiert, wodurch es sich gut für Paare eignet. Die oberste Wohnung ist auf Familien ausgerichtet: Ergänzend zur 3.5-Zimmer-Wohnung entsteht ein weiteres Geschoss mit zusätzlichen 2.5 Zimmern. Zusammen bilden diese beiden Ebenen eine 6-Zimmer-Wohnung.
Die Wohnungseinteilung ist offen gestaltet. Der Eingangsbereich geht fliessend in den Ess- und Kochbereich über; Eingang, Wohnen, Essen und Kochen bilden einen grosszügigen, zusammenhängenden Raum. Für eine ruhige und angenehme Atmosphäre wird an einer zentralen, von überall gut sichtbaren Stelle ein Cheminée platziert. Mit einer zusätzlichen Fensterbank entsteht dort eine gemütliche Ecke. Im hinteren Bereich der Wohnung befindet sich ein separates WC, welches an das Badezimmer anschliesst; auf der gegenüberliegenden Seite liegt das Schlafzimmer. In der obersten Wohnung gelangt man über eine Holztreppe ins Dachgeschoss, wo diese in einer kleinen Leseecke endet. Auf der linken Seite befindet sich ein kleiner Lagerraum, am Kopf des Geschosses liegen zwei getrennte, kleinere Schlafzimmer.
Inspiration von Pinteres
Innenmaterialisierung
Die Innenmaterialisierung ist bei allen drei Häusern einheitlich gehalten. In den Bereichen Wohnen, Essen und Kochen kommt ein geschliffener Zementboden zum Einsatz, welcher im Wohnbereich durch einen mobilen Teppich ergänzt wird. An den Wänden wird zwischen schlichtem Innenputz und einer horizontalen Altholzverkleidung unterschieden. Ergänzt wird dies durch die Rückwand des Cheminées, welche aus sichtbarem Klinker besteht. Im Bad sorgt eine bewusste Abwechslung mit hellbeigen Bodenfliesen sowie einer Kombination aus schlichtem Innenputz und dunkelgrünen Fliesen für Akzente. In den Zimmern wird ein warmer Parkettboden im Fischgrätenmuster verlegt.
Weitere Eindrücke zur Möblierung und zur Gestaltung des Hauses finden Sie auf der Seite «Innenleben».
Parkplatz
Die geplante oberirdische, nicht überdachte Parkierungsanlage umfasst insgesamt zehn Stellplätze und fügt sich harmonisch in die dörfliche Umgebung ein. Die umliegenden Gebäude verfügen ebenfalls über freistehende Parkplätze, wodurch sich die neue Anlage selbstverständlich in das bestehende Ortsbild einordnet. Die Anlage ist funktional konzipiert und auf die klimatischen Bedingungen mit regelmäßigem Schneefall abgestimmt. Die Schneeräumung erfolgt teilweise durch die Gemeinde, während die verbleibenden Flächen privat unterhalten und geräumt werden. Dadurch wird eine effiziente Nutzung und Instandhaltung im Winter gewährleistet.
Die Oberflächen bestehen aus frostbeständigem Betonpflaster mit leichtem Gefälle, um Schmelz- und Oberflächenwasser gezielt zur Straße hinzuführen, wo es in die öffentliche Entwässerung abgeleitet wird. Auf eine großflächige Beleuchtung wird bewusst verzichtet, um Lichtemissionen zu vermeiden und die ortstypische Atmosphäre zu bewahren. Eine zurückhaltende, funktionale Beleuchtung sorgt dennoch für ausreichende Sicherheit.
Der verbleibende Teil der Parzelle steht für private Nutzungen zur Verfügung und ermöglicht so eine flexible und wirtschaftliche Flächengestaltung.Der Platz steht zur Erholung und für traditionelles Leben zur Verfügung. Mit Gärten zum Anpflanzen von Gemüse, wie sie in Almagell zahlreich vorhanden sind, sowie Blumenbeeten wird die Umgebung gemütlich gestaltet.
VSGIS Bild, Leesand und markierte Parkplätze
KI Bild
Collage zur Grünfläche
Pexels Bild
Namensabenteuer
Ganz ehrlich: Von all den Plänen, der Gestaltung, der Möbelierung und allem drum und dran habe ich die Namensfindung für die Gebäude am meisten geliebt. Ich war richtig Feuer und Flamme dafür!
Ich wollte einen Namen, der gut klingt – also nicht so einen langweiligen wie „Rustica“ (by the way, so heißt ja mein Haus).
Es gab unzählige Ideen: Viola, Milkale, Genesis, Lua, Sol, Bonaparte, Dufour, Gärsta … wie ihr merkt, habe ich aus allen möglichen Bereichen Inspiration geholt.
Am Ende stehen die Namen fest: Genesis, Kohelet und Exodus. Und ich muss sagen, ich bin richtig happy damit.
Nun ja, was so ein Bibelabend alles bewirken kann. ;)
Adresse
Bahnhofstrasse 13
3900 Brig
Öffnungszeiten
Mo - Fr: 09:00 - 17:00 Uhr
Sa-So: geschlossen
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